Herzlich Willkommen beim Freundeskreis der Kartause Estenfeld e.V.

Rauhnachtwanderung besucht die ehemalige fürstbischöfliche Schäferei

Zur 3. Laternenwanderung in der Rauhnacht hatte der Freundeskreis der Kartause Estenfeld e. V. eingeladen.

Beim einstündigen Rundgang durch den historischen Ortskern erzählte der „Prior“ der Kartause Estenfeld, „Johann Baptist Schmal“, alias Apotheker Benedikt Koch, „Gschichtli“ und Geschichte aus Estenfeld.

In diesem Jahr führte die „Prozession“ von der Schafmauer zur Neuen Pfarrkirche über das Spätzeck zur Kartause.

 

Am Gemeindeparkplatz begrüßte der „Prior Schmal“ Groß und Klein, diesmal ca.
350 Personen, teil nahmen dieses Jahr auch erstmals Flüchtlingsfamilien. Er hob die Besonderheit der Rauhnächte zwischen Weihnachten und Heilige-Drei-Könige hervor. In diesen Nächten ziehen pelzige Dämonen umher, früher wurden Ställe mit Weihrauch beräuchert, um diese zu vertreiben.

Die erste Station der Wanderung war die fürstbischöfliche Schäferei in der Nähe vom Rathaus und Kindergarten. Sie wurde 1712 vom Hofkammerdirektor Gallus Jakop als Doppelgebäude mit Scheune errichtet.

Ein Teilgebäude wurde 1862 als Kinderbewahranstalt genutzt, aus welcher 1889 der erste Kindergarten der Erlöser-Schwestern entstand. Im Jahre 1967 wurde mit dem Bau des Kindergartens St. Michael ein Teil der Schäfereischeune abgerissen. So entstand die Zufahrt vom Altort in das Neubaugebiet um die St.-Mauritius-Straße.

Das derzeitige Rathaus wurde 1873 als neue Schule errichtet, jedoch 1976 nach dem Bau der neuen Hauptschule als solches genutzt.

 

Weiter ging der Weg entlang der Mauer, welche die Schäferei umrandete. „An der Schafmauer“ zeigte Prior Schmal die bauliche Entwicklung von Estenfeld nach dem
2. Weltkrieg auf. Hier entstanden durch private Bauträger, wie Eigentumsbau Nürnberg (EiBa), das St.-Bruno Werk Würzburg und die Fa. Zapf Bayreuth das neue Estenfeld.

Eine weitere Station war die Neue Pfarrkirche St.-Mauritius. Von 1903 bis 1928 wurde sie von Pfarrer Wilhelm Barth geplant und errichtet, da die alte Kirche zu klein geworden war. Am 25. Mai 1924 wurde der Bau nach den Wirren des 1. Weltkrieges und der Weltwirtschaftskrise von 1922 feierlich eingeweiht. So kostete 1923 aufgrund der Inflation, die obere Steintreppe knapp 45 Billiarden Reichsmark.

Am Bau des Pfarrheims waren von 1949 bis 1980 die Pfarrer Philipp Schugmann, Joseph Knapp und Karl Wenzel beteiligt gewesen. Aus einer alten Scheune entstand das neue Haus für die Pfarrei und die kirchliche Jugend.

 

Das Schulzebergle ist ebenfalls ein historischer Ort. Hier stand ab 1337 die Burg der Brüder Hans und Rüdiger von Espenfeld, die den „Zent“ eingetrieben haben. Die Burg wurde 1525 im Bauernkrieg gestürmt und abgerissen. Der Besitz ging an die Herrn von Grumbach über, die jedoch seit 1682 ausgestorben sind.

In der Nähe liegt auch das Spätzeck von Estenfeld, an der Kreuzung der Bäckerei Rösner war früher der Versammlungsort der Jugend und sozusagen das soziale Netzwerk für alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis etwa 1980.

Das Ende der Wanderung durch die Geschichte von Estenfeld fand im historischen Hof der Kartause aus dem Jahre 1668 statt. Seit 1345 waren die Mönche der Kartause Engelgarten aus Würzburg durch Schenkung und Grunderwerb die Dorfherren von Estenfeld. Sie bauten im Jahr 1700 eine Klosterkirche, die im Zuge der Säkularisation 1810 abgerissen wurde.

 

Der Ausklang fand im Hof der Kartause bei Glühwein, Punsch, Pfeffernüssen, Rauhnachtlikör und Gulaschsuppe von den Maltesern statt.

Glühwein, Punsch und Gulaschsuppe im Hof der historischen Kartause

18_DSC_9494

Der vordere Teil der Kartause ist seit 2001 im Besitz der Gemeinde Estenfeld. Ab dem 1. Juli 2016 wird die Gemeinde Alleineigentümerin des
17.000 m² umfassenden historischen Areals sein. Mit dem Kauf der sog. hinteren Kartause wurde die Teilung durch die Säkularisation von 1803 rückgängig gemacht.

Die Scheune im hinteren Teil der Kartause

Die Scheune im hinteren Teil der Kartause

Erstmalig konnte die 300 m² große Scheune der Öffentlichkeit im hinteren Teil vorgestellt.

 

 19_DSC_9502

Mit der Laternenwanderung in der Rauhnacht möchte der Freundeskreis der Kartause Estenfeld e. V. für die Reaktivierung der Kartause als dörfliches Zentrum werben.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.