Tag des offenen Denkmals in der Kartause in Estenfeld

Der Freundeskreis der Kartause Estenfeld e.V. öffnete am 14. September 2025 den Wirtschaftshof in der Unteren Ritterstraße zum Tag des offenen Denkmals, der bundesweiten Initiative der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Benedikt Koch führte als Prior Schmal durch die Kartause Estenfeld

Für die Besucherinnen und Besucher öffnete sich das Tor zu einem besonderen Erlebnis.
Benedikt Koch führte in der Rolle des Priors Schmal durch den Hof von 1664, der einst als Wirtschaftshof für den Orden errichtet wurde. Er gewährte zudem Einblicke in die Baugeschichte des Wohnhauses von 1592, das aus der Zeit Julius Echters stammt und später im Barock sowie in weiteren Epochen umgestaltet wurde.

Im Anschluss hielt Joachim Iwanowitsch einen Vortrag über das verborgene Leben der Kartäuser und deren Einfluss auf die Geschichte Estenfelds. Das Kloster Engelgarten in Würzburg prägte im Mittelalter und Barock das Dorfleben entscheidend. Mit dem Wissen der Mönche entstanden Mühlen, Häuser und Straßen. Auch die Alte Kirche wurde von den Kartäusern errichtet und kunstvoll ausgestattet. Bis 1803 war Estenfeld Teil der Dorfherrschaft des Klosters Engelgarten, die das Leben im Ort zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger lenkte.

Zum Abschluss führte Bernd Strümper durch den ehemaligen Klostergarten im hinteren Teil des Areals, heute grenzt er an den Bürgerpark. Einst befanden sich hier ein Fischteich sowie der Nutzgarten, in dem Gemüse, Kräuter und Obst für die Versorgung angebaut wurden. In Zusammenarbeit mit der Agenda 21, dem Obst- und Gartenbauverein und dem Freundeskreis entstand dort ein Lehrpfad mit alten Obstsorten, um dieses Wissen für künftige Generationen zu bewahren und mit Gästen zu teilen.

Am Ende des Nachmittags zogen die Veranstalter eine äußerst positive Bilanz: Rund 250 Interessierte aus Estenfeld, dem Raum Würzburg und sogar von weiter her besuchten die Veranstaltung.

Foto: Thomas Pfeuffer Text: Klaus Habermann